Eine musikalische Reise in der reformierten Kirche Kloten

Autor: Ruedi Zuppinger

Konzert des Handharmonika-Orchesters Kloten unter Mitwirkung des Männerchors Kloten

Das abwechslungsreiche Programm der beiden Vereine führte die Zuhörer in verschiedene Länder.
Der musikalische Reigen begann mit "Highland Cathedral" und gleich mit einer Überraschung. Zwei Schotten im Kilt, die Trommeln schlagend, marschierten in den Kirchenraum und gaben so dem Stück von Michael Korb/ Uli Roever den richtigen Hintergrund. Kaum waren die schottischen Klänge verhallt und hatten sich die beiden Trommler ins Orchester eingereiht, wurde die grosse Zuhörerschaft nach Venedig entführt. Dirigent Roger Bär griff selber zum Akkordeon und spielte zusammen mit seinen Musikantinnen und Musikanten   "Welcome To Venice", das nach einem wuchtigen Auftakt, an die Brandung des Meeres erinnernd, in die sanfteren Wellen vom Canale Grande überging.

Vom Rhein über New York an die Wolga

Zwischen den einzelnen Vorträgen gab Erika Kuczynski erläuternde Kommentare.  Die Präsidentin des Harmonika-Clubs Regensdorf verstand es auf sympathische Art, wertvolle Informationen zu vermitteln und dem Publikum nicht nur die Komponisten näher zu bringen, sondern es ebenfalls auf Eigenheiten der Komposition aufmerksam zu machen. So wusste sie zu berichten, dass der 1927 in Prag geborene Pavel Stanek Chorleiter des staatlichen Folklore- Ensembles gewesen war und  ab 1963 bis zu seiner Pensionierung als Chef des tschechoslowakischen Rundfunkorchesters und als Gastdirigent von verschiedenen Blasorchestern gewirkt hatte. Zu seinem Schaffen meinte sie: "Stanek wurde durch die böhmische und mährische Folklore beeinflusst, dazu durch moderne und experimentelle Musik. All das verschmolz er zu seinem persönlichen Stil mit ausdrucksvoller Melodik wie eben in "Amen" mit einem besinnlichen Abschnitt." Nach dem konzertanten, mehrteiligen Stück "Variazioni in Blue", das durch seinen rhythmischen Variantenreichtum eine echte Herausforderung für das Orchester bedeutete, die dieses jedoch hervorragend löste, hatte der Männerchor Kloten unter der Stabführung von Norah Bard seinen ersten Auftritt. Er intonierte das von Otto Groll nach einer slowenischen Volksweise arrangierte Lied "Freude am Leben" und anschliessend "Rheinisches Fuhrmannslied", in dem es heisst: "Gibt es denn ein schöner Leben, ein schöner Leben, als Fuhrmann zu sein?" Nach diesem nostalgischen Schwenker in die gute, alte Zeit begleitete das     Handharmonikaorchester die junge Querflötistin Simone Bär beim "Adagio", um nachher dem legendären Frank Sinatra die Ehre zu erweisen. Unter dem Titel "Frankieboy Forever" ertönten Welthits wie New York, Strangers in the Night  und My Way. 

Eine Zugabe der Extraklasse

Für die deutsche Fassung von "Butterfly" setzte sich Dirigentin Norah Bard an den Flügel und Vize-Dirigent Karl Streun übernahm die Leitung seiner Kameraden, die sich ebenfalls in dem Bereich der Unterhaltungsmusik bestens bewährten. Mit vollen Stimmen erklang der Negro Spiritual "Go down Moses", bevor wiederum das Handharmonika- Orchester mit "3 x Trini Lopez" zum Zug kam. Die rassigen Melodien beschworen  Erinnerungen an Ferien, Sommer, Wärme, Rhythmus und Heiterkeit herauf. Dann, als sich das Konzert dem Ende näherte, wurde  das Publikum auf die musikalische Wegstrecke "Von der Wolga zum Ural" mitgenommen. Chor und Orchester spannten zusammen und brachten dieses Stück zur Aufführung, mit dem sie bereits beim 175- Jahr- Jubiläum des Männerchors im letzten Jahr für Furore gesorgt hatten.
Es war eine Selbstverständlichkeit, dass der lang anhaltende Schlussapplaus eine Zugabe erforderte. Der "Bajazzo" war so zu hören, wie man ihn noch nie vernommen hatte. Eigens für diesen Anlass hatte Roger Bär eine Orchesterversion zu dem Lied geschrieben und was nun die beiden Vereine vortrugen, wurde zu einem richtigen Highlight.
An diesem Abend trat das Handharmonika-Orchester Kloten, unterstützt von einem nicht minder souverän auftretenden Männerchor, mit einer bravourösen Leistung auf. Die Zuhörer, die sich nachher im und vor dem Kirchgemeindehaus beim offerierten Punsch trafen, waren denn auch des Lobes voll und hatten jeden Programmpunkt  des etwas über anderthalb Stunden dauernden Konzertes in der reformierten Kirche Kloten genossen.    

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